Hintergrund - Inhaltliche Leitlinien
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Inhaltliche Leitlinien
Zunächst gilt es, Jugendlichen Raum zu bieten, sich mit Werten auseinander
zu setzen. Dabei stehen authentische Werte-Erfahrungen der Jugendlichen
im Mittelpunkt; in der Reflexion werden diese Erfahrungen auf vorhandene
Wertesysteme bezogen. Ein interessantes Spannungsfeld dabei sind jugendliche
Kommunikationsstile zwischen einem Bedürfnis nach „Echtheit“ einerseits
und Zelebration der Oberfläche („Coolness“) andererseits.
Wie verwandelt sich inszenierte Distanz in Öffnung und ernst gemeintes
Mit-Teilen? Wie kann authentisches Erlebnis von Werten initiiert werden?
Wie setzen sich Mädchen und Frauen mit Werten auseinander, wie geschieht
das bei Jungen/Männern? Wie gelingt der Austausch über solche
Erlebnisse und deren - durch eigene Biografie, Kultur, Religion - unterschiedliche
Interpretationen? Wie können Werthaltungen das praktische Leben
inspirieren (z.B. Engagement)? Die Projekte experimentieren mit Antworten
auf diese Fragen.
Die Projekte thematisieren die Spannung von einerseits universalen Werten
(z.B. Respekt, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit) und andererseits verbandsspezifischen
Interpretationen dieser Werte, durch die eine eigene, profilierte und
engagierte Stellungnahme im gesellschaftlichen Diskurs erst möglich
wird. Dabei öffnen sich wesentliche Themenfelder im Ringen um zukunftsfähige
Werte: z.B. politische Herausforderungen; das Verhältnis zwischen
Gemeinnutz und Eigennutz, das Verhältnis von Männern und Frauen;
interreligiöse Verständigung; gelingendes interkulturelles
Miteinander, ökologische Zukunftsfähigkeit.
Ein drittes Spannungsfeld bildet der Widerspruch zwischen dem verbindlichen
Anspruch authentisch erfahrener Werthaltungen und einem an Genussmaximierung
und bequemer Beliebigkeit orientierten gesellschaftlichen Mainstream.
Wie erleben Jugendliche diese Spannung und wie halten sie sie aus? Welche
Potentiale bietet das Erlebnis gemeinsamen Engagements im Jugendverband?
Können Verbände den Jugendlichen eine „Heimat“ bieten?
Gelingende Wertekommunikation bedeutet, dass Jugendliche sich mit ihren
Werthaltungen und Anliegen am Verbandsleben beteiligen – und dass
Verbände ihre Werte und Anliegen erfolgreich vermitteln.
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