Das WertAllSeite zuletzt aktualisiert am „Muss ich immer alles müssen, was ich kann; … aber wenn ich könnte, wie ich wollte, würd’ ich gar nichts wollen; ich weiß aber, dass alle etwas wollen sollen“. Jungsein ist nicht einfach. Jugendliche werden schier zerrissen zwischen den Ansprüchen und Widersprüchen der Werte-Welten: postmodernes „anything goes“ oder mustergültiger Lebenslauf; Mitlaufen und Wegschauen oder Zivilcourage und Einmischen; strenge islamische Kleiderregeln versus bauchfrei mit Piercing; die Familienehre versus Freiheit zum Eigen-Sein; die Körper-Ideale aus Viva und MTV; die Glücksversprechen von Nike und Co; dazu das Werte-Versagen und die Werte-Verwirrung in Politik und Wirtschaft. „Ihr könnt so lange wie ihr wollt mit euern Reden regeln, solange Regeln in der Regel nur den Redner edeln.“ Jugendliche müssen aus dieser Zerrissenheit einen eigenen Lebensentwurf gestalten. Auf diese Herausforderung reagieren sie ganz anders, als die postmoderne Erwachsenengeneration. Jugendliche beziehen sich enger auf ihr direktes Umfeld und kommunizieren eher ästhetisch, als diskursiv: Botschaften werden z.B. über Songtexte, Videoclips, Kleidungsstile sowie Marken vermittelt und umgekehrt - vom Äußerlichen wird auf den Inhalt geschlossen. Jugendliche bewerten weniger rational als vielmehr emotional und intuitiv. Eine hippe Coca Cola – Kampagne findet mehr Interesse, als eine Flugblattaktion oder eine Podiumsdiskussion zu einem Umweltthema. Dies ist allerdings weniger Ausdruck von Gleichgültigkeit und Oberflächigkeit, wie viele Erwachsene vorurteilen, sondern Reaktion auf Informationsflut, Unübersichtlichkeit, widersprüchliche Wertewelten. Jugendliche konstruieren Sinn und eine hochindividuelle Persönlichkeit aus vielen unverbundenen Teilen eines Puzzles. Sie müssen Widersprüchliches in einen größeren Zusammenhang integrieren. In den modernen westlichen Gesellschaften begegnen sich vier Wertewelten:
Gelingendes Miteinander braucht eine Basis gemeinsamer Werte, in der
z.B. Einigen sich die Gesellschaften (in Deutschland, Europa und global) nicht auf eine gemeinsame Wertebasis, bilden die interkulturellen und interreligiösen Spannungen einen ständigen Konfliktherd, insbesondere Jugendliche aus Migrantenfamilien bekommen das zu spüren. Erfolgsfaktoren für gelingende Wertekommunikation, so zeigt die Bildungsforschung, sind Ernsthaftigkeit im Anliegen, Nachhaltigkeit, aktives Miteinander in der Gemeinschaft und Engagement für die Gesellschaft; enge Beziehung zur Lehr- bzw. Leitungsperson. Diese Bedingungen kommen in der Jugendverbandsarbeit zusammen. Nicht immer findet Wertekommunikation hier bewusst und reflektiert statt, aber Jugendverbandsarbeit bietet einen sehr guten Boden dafür. Jugendlichen bietet sich selten die Gelegenheit, mit Erwachsenen über Werte zu kommunizieren. Den eigenen Weg zu finden im weiten All der Werte ist aber existentiell für die Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen. Das Programm „Jugend im WertAll“ unterstützt Jugendliche bei Ihrer Suche nach Sinn und Orientierung. „ Ich will, ich kann, ich darf, ich muss, ich hab, ich brauch, ich bin ich - Schluss - Wer bist du?“ (Zitate: 1 und 2 Songtexte der Kultband „Wir sind Helden“; 3: Songtext von Thomas D) „Reiseführer
im Wertall“ – zum Weiterlesen und
Vertiefen (pdf-Datei). |